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Tool im Einsatz

Open WebUI

Die ChatGPT-ähnliche Oberfläche für KI-Modelle, die auf Ihrem Server laufen. Multi-User, , , mit eigenen Dokumenten — eine konkrete Alternative zu ChatGPT Enterprise und Microsoft Copilot für Kanzleien und Praxen.

Projekt-Profil

Open WebUI

User-friendly AI interface for self-hosted models

Stand: 1. Juni 2026

GitHub-Sterne

139k

Forks

20k

Offene Issues

344

Lizenz

Open WebUI Lic.

Aktuelle Version

v0.9.5

Sprache

Python

Erstveröffentlichung
6. Oktober 2023
Letzter Commit
1. Juni 2026

Was ist Open WebUI?

ist eine Browser-Oberfläche für eigene KI-Modelle — vergleichbar mit der ChatGPT-UI, aber komplett . Anbindung an , lokale Modelle wie Llama 3, Mixtral oder Qwen, oder optional OpenAI-kompatible APIs. Multi-User mit Rollen, Workspaces, und RAG-Anbindung an eigene Dokumente.

Es läuft komplett auf eigener Hardware — eine Ollama-Instanz auf dem Kanzlei-Server oder einer GPU-Workstation reicht. Mandanten-Daten verlassen das Haus nicht. Lizenz: License auf BSD-3-Basis — Quellcode einsehbar, bis 50 Nutzer voll nutzbar inkl. Custom-Branding.

Warum eine Kanzlei Open WebUI nutzt

In einer Anwaltskanzlei steht jeder Satz, jede Klausel, jeder Aktenvermerk unter § 203 StGB — Verletzung der Verschwiegenheit ist eine Straftat. ChatGPT, Claude, Copilot sind technisch hervorragend, aber das Hochladen einer Mandanten-Akte zu OpenAI ist berufsrechtlich nicht haltbar.

ist die Brücke: Sie behalten die UX, die alle aus ChatGPT kennen — Chat-Fenster, Modell-Auswahl, geteilte Workspaces — aber alles läuft auf dem Kanzlei-Server. Kein Daten-Abfluss, kein DSGVO-Drittland-Problem, kein BRAO-Konflikt.

Mandantenfall

Anwaltskanzlei Schäfer Rechtsanwälte

Acht Personen — zwei Partner (Wirtschaftsrecht, Familienrecht), zwei angestellte Anwälte (Mietrecht, Arbeitsrecht), zwei Referendare, zwei Sekretariat. Sechs Anforderungen waren der Auftrag — Setup in 8 Beratungstagen, Schulung und Übergabe in 2 weiteren.

§ 203-konforme KI-Nutzung

Mandanten-Akten, Schriftsätze und Aktenvermerke dürfen kein US-Cloud-Datacenter sehen. Jede Verarbeitung muss auf Kanzlei-Infrastruktur stattfinden, mit nachweisbarem .

Rollen- und Rechte-Trennung

Partner sehen alles, angestellte Anwälte nur eigene Mandate, Referendare nur freigegebene Mandate, Sekretariat nur Adress- und Termindaten. Workspaces und RAG-Quellen müssen rollen-spezifisch zugreifbar sein.

Audit-Log für BRAO

Wer hat wann was gefragt, welche Quellen wurden genutzt, welches Modell hat geantwortet? Bei BRAO-Prüfung der Anwaltskammer muss die Kanzlei diese Aktivität lückenlos nachweisen können.

Eigene Akten-DB als RAG-Quelle

Schriftsatz-Vorlagen, Standard-Klauseln, Urteils-Sammlung der letzten 5 Jahre. Die soll aus dem Hauswissen antworten — nicht aus dem öffentlichen Internet-Mix der Trainingsdaten.

Schriftsatz-Hauskonvention

Jede Kanzlei hat ihren eigenen Schriftsatz-Stil: Adressfeld, Aktenzeichen-Format, Schlussformel, Briefkopf. Die muss diesen Stil beibehalten — Tonalität, Strukur, Floskeln.

Konflikt-Check vor Mandatsannahme

Bevor ein neues Mandat angenommen wird, muss gegen den Mandanten-Bestand geprüft werden, ob ein Interessenkonflikt besteht. Die bekommt eine Voll-Text-Suche auf Mandanten-Stammdaten als Tool — schlägt rot Alarm, wenn Konflikt droht.

Was die Kanzlei jetzt damit macht

Acht produktive Anwendungsfälle, die im Echtbetrieb seit zwei Quartalen laufen. Jede Anfrage wird ins geschrieben, jede Nutzung ist rollenrichtig abgegrenzt.

Klage-Entwurf aus Akte

Anwalt lädt Akten-Dokumente (Vertrag, Korrespondenz, eigene Notizen) hoch, fragt: 'Entwirf eine Zahlungsklage gegen die Gegenpartei.' greift via auf Schriftsatz-Vorlagen der Kanzlei zu, behält den Hausstil, schlägt Beweismittel-Reihenfolge vor. Anwalt prüft, überarbeitet — Geschwindigkeit verdreifacht.

Vertragsanalyse (NDA, AGB, Mietvertrag)

Mandant schickt 40-Seiten-AGB-Entwurf. Anwalt fragt: 'Welche Klauseln sind ungewöhnlich, welche risikoreich, welche fehlen?' markiert per Pipeline 18 auffällige Stellen, ordnet sie nach Risiko, schlägt Standardklauseln aus der Kanzlei-DB vor.

Schriftsatz-Stil-Check

Referendar entwirft Schriftsatz, sendet ihn durch eine Pipeline 'Hauskonvention-Check'. vergleicht mit 200 frühreren Schriftsätzen der Kanzlei, markiert Abweichungen in Adressfeld, Aktenzeichen, Anrede, Schlussformel.

Mandatsannahme-Konflikt-Check

Sekretariat trägt einen potenziellen neuen Mandanten ein. Pipeline läuft automatisch: Voll-Text-Suche auf alle aktiven Mandate. Wenn die Gegenpartei bereits unsere Mandantin ist — sofortige Eskalation an Partner, Mandat-Annahme blockiert.

Urteils-Recherche eigene DB

Anwalt: 'Suche mir alle Urteile zum Thema Schadenersatz bei verspäteter Bauausführung der letzten 5 Jahre.' durchsucht die kanzlei-eigene Urteilssammlung (, semantisch + ), liefert 12 Treffer mit Aktenzeichen, Kernzitat und Datum.

Sitzungs-Diktat strukturieren

Anwalt nimmt Mandatsgespräch auf, lädt Audio hoch. via Whisper-Pipeline: Transkript erzeugen, in Aktenvermerk-Struktur überführen (Sachverhalt, Rechtsfragen, Anweisungen, Fristen), in DATEV-Archiv ablegen.

AGB-Klausel-Suche im Bestand

Frage: 'Welche Mandanten haben in ihren AGB eine Salvatorische Klausel mit Schweizer Recht-Bezug?' Pipeline durchsucht alle archivierten Mandanten-AGB, listet Treffer. Nützlich bei Rechtsprechungs-Änderungen, die Bestands-Mandate betreffen.

Mandanten-Anschreiben

Anwalt: 'Schreibe ein Mandanten-Anschreiben zur Erinnerung an die Frist am 15. Juli, freundlich aber bestimmt, mit Verweis auf das Aktenzeichen.' nutzt das Hauskonvention-Template, Floskeln aus Vorlagen, behält den Stil — Anwalt unterschreibt nach kurzer Prüfung.

Kern-Funktionen von Open WebUI

Was technisch leistet — und welche dieser Funktionen im Kanzlei-Setup tatsächlich tragend sind.

Multi-Modell-Routing

Lokale Modelle (Llama 3.3, Mixtral, Qwen 2.5) via , optional Cloud-Modelle (GPT-5, Claude) für unkritische Aufgaben. Pro Workspace konfigurierbar — sensible Mandate landen garantiert auf lokalen Modellen.

RAG mit Hybrid-Suche

Dokumenten-Upload (PDF, DOCX, MD, TXT) in Knowledge-Bases. via Sentence-Transformers, , optional Hybrid mit . Pro Workspace eigene Knowledge-Bases, Re-Indexierung per Klick.

Pipelines (custom Python)

Eigene Workflow-Logik als Python-Pipeline einhängen: Stil-Check, Konflikt-Suche, Audit-Trigger, externe API-Calls. Pipelines laufen vor und nach jeder Modell-Anfrage — saubere Trennung von UI und Custom-Logik.

RBAC mit Audit-Log

Rollen: Admin, User, Pending. Pro Modell, Workspace, Knowledge-Base separat freigebbar. erfasst jede Chat-Anfrage, jedes verwendete Modell, jede RAG-Quelle. Export als CSV oder via .

OpenAI-kompatible API

stellt selbst eine OpenAI-kompatible bereit. Vorhandene Tools, die für OpenAI gebaut sind (n8n-Nodes, LibreOffice-Plugins, eigene Skripte), können sie ohne Umbau gegen laufen lassen.

Multi-User mit Workspaces

Persönliche Workspaces pro Mitarbeiter + geteilte Workspaces pro Mandat oder Themengebiet. Chats und Knowledge-Bases werden im richtigen Kontext gehalten — Vertrauliches bleibt persönlich, Hauswissen wird geteilt.

Alternativen ehrlich verglichen

Wenn Open WebUI nicht passt — was sonst?

Drei Cloud-KI-Plattformen am Markt. Jede ist technisch stark, aber jede speichert Mandanten-Daten außerhalb der Kanzlei. Hier die Einordnung ohne Verkaufs-Romantik.

Frontier-Modell (USA)

ChatGPT Enterprise

OpenAI, USA

  • + Beste Modell-Qualität am Markt
  • + Sehr einfacher Einstieg, exzellente UX
  • − US-Cloud-Hosting (§ 203 / BRAO kritisch)
  • − Ab 25 Nutzern, ca. 60$/Nutzer/Monat

Frontier-Modell (USA/EU)

Claude Team

Anthropic, USA / EU-Endpunkt

  • + Sehr gut für längere juristische Texte
  • + EU-Endpunkt für deutsche Kunden verfügbar
  • − Trotzdem keine Self-Hosting-Option
  • − 30$/Nutzer/Monat, ab 5 Nutzer

Office-Integration (EU)

Microsoft 365 Copilot

Microsoft, EU+US-Cloud

  • + Tiefe Integration in Outlook / Word / Teams
  • + EU Data Boundary verfügbar
  • − Weiterhin Microsoft-Cloud, keine echte Hoheit
  • − 30€/Nutzer/Monat, M365-Lizenz vorausgesetzt

Faustregel für Kanzleien und Praxen: Wo § 203 StGB, BRAO oder ärztliche Schweigepflicht greifen, ist die einzig saubere Lösung. Wer nur Allgemeines (Recherche, Texte ohne Mandantenbezug) erledigt, kann auch eine Cloud-KI mit nutzen — aber niemals gemischt.

Pricing

Self-hosted. RBAC. Ohne Mandanten-Abfluss.

Lizenz

Open WebUI License (BSD-3-basiert + Branding-Klausel): Quellcode öffentlich, Self-Hosting kostenlos. Bis 50 Endnutzer ist auch Custom-Branding (Kanzlei-Logo, eigene Farben) erlaubt. Ab 50 Nutzern: Branding behalten oder kommerzielle Vereinbarung.

Laufende Kosten

Hardware-abhängig. Mit Apple-Silicon-Mac oder GPU-Workstation auf eigener Infrastruktur: Strom + Wartung. Auf VPS mit GPU-Anbindung: ca. 80–200 €/Monat. Keine Per-Seat-Lizenzkosten.

Aufwand

Docker-Compose-Setup mit lokalem Modell: 30 Minuten. Kanzlei-Setup mit RBAC, RAG-Quellen, Pipelines, Audit-Konfiguration und Mitarbeiter-Schulung: 5–10 Beratungstage.

Die License ist nicht OSI-Open-Source im klassischen Sinn — sie ist eine BSD-3 mit einer zusätzlichen Branding-Schutz-Klausel. Für bis 50 Nutzer praktisch unbegrenzt nutzbar inkl. eigener Optik. Für größere Setups oder kommerzielle Weitervermarktung: vorab mit Inc. abklären.

Open WebUI Chat-Oberfläche mit Modell-Auswahl, RAG-Quellen-Anzeige und Multi-User-Workspace einer Anwaltskanzlei
Chat-Oberfläche: Modell-Auswahl, Quellen-Verweise aus der RAG-Anbindung, persönliche und geteilte Workspaces. Quelle: open-webui/open-webui (Open WebUI License).
Open WebUI Pipelines-Editor: Custom Python-Funktion für Stil-Check und Konflikt-Suche
Pipelines-Editor: Custom Python-Logik (z. B. Stil-Check, Konflikt-Suche, Audit-Trigger) läuft vor und nach jeder Modell-Anfrage. Quelle: open-webui/docs (Open WebUI License).

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