Docker
Die Container-Engine, die einen eigenen Server-Stack ermöglicht. Apache-2.0-lizenzierte Engine, Compose für Multi-Container-Dienste, harte Isolation zwischen Apps — eine konkrete Alternative zu nativer Installation und Cloud-SaaS.
Projekt-Profil
Docker
Container engine for application packaging and isolation
Stand: 1. Juni 2026
GitHub-Sterne
72k
Forks
19k
Offene Issues
3.8k
Lizenz
Apache-2.0
Aktuelle Version
v29.5.2
Sprache
Go
Drittquelle · Wikidata (CC0)
Wikidata-Profil
Lizenz
proprietäre Lizenz
Entwickler
Docker, Inc.
Initial Release
2013-03-14
Was ist Docker?
ist eine Container-Engine für Linux: Sie verpackt eine Anwendung samt ihrer Abhängigkeiten in ein einziges, transportables Image. Beim Start wird ein Container erzeugt — eine isolierte Laufzeit-Umgebung, die auf jedem Linux-Server mit gleicher Kernel-Version identisch funktioniert.
Der Kern ( Engine und Compose) ist Apache-2.0-lizenziert — vollwertig Open Source. Daneben gibt es kommerzielle Produkte ( Desktop, Hub Pro) — für einen Linux-Server mit Engine + Compose braucht man keines davon.
Warum ein KMU Docker nutzt
Der typische Mittelständler hat 5–15 Dienste, die nicht in die Cloud sollen oder dürfen: Wiki, Cloud-Speicher, Mailserver, Passwort-Vault, Monitoring, Workflows. Nativ installiert teilen sich die Dienste eine Ubuntu, eine Python-Version, eine PHP-Erweiterung. Ein apt-Update kann mehrere Dienste gleichzeitig stören.
Mit bekommt jeder Dienst sein eigenes Image: eigene OS-Bibliotheken, eigene Python-Version, eigenes PHP. Patches kommen pro Container, ein Update von BookStack lässt Nextcloud unberührt. Backup, Rollback und Test-Setup laufen pro Stack. Das ist die Grundlage jeder modernen KMU-Server-Architektur.
Mandantenfall
Müller Bau GmbH
Bauunternehmen, 25 Mitarbeitende, eigener Server im Büro-Schrank (Mini-PC, 64 GB RAM, 2 TB SSD). Vor zwei Jahren von nativer Ubuntu-Installation auf Compose migriert. Vorher: regelmäßige Mehrfach-Ausfälle nach Updates. Jetzt: 8 isolierte Container-Stacks, jeder mit eigenem Update-Zyklus.
Isolation der Dienste
Konfiguration als Code
Backups klar abgegrenzt
Schnelles Rollback
Lokale Tests = Production-Parität
Keine SaaS-Abhängigkeit
Acht Container, die produktiv laufen
Der konkrete Stack der Müller Bau GmbH — acht Container-Dienste auf einem einzigen Server, gemeinsam orchestriert über Compose. Jeder Stack hat sein eigenes compose.yml im Firmen-Git.
Caddy — Reverse-Proxy + Auto-SSL
Nextcloud + PostgreSQL — Datei-Cloud
Mailcow-Stack — E-Mail-Server
BookStack — internes Wiki
Vaultwarden — Passwort-Manager
Uptime Kuma — Monitoring
n8n — Workflow-Automatisierung
Open WebUI + Ollama — lokale KI
Kern-Funktionen von Docker
Was die Docker-Engine als Container-Plattform ausmacht — und welche Funktionen für ein KMU-Setup besonders tragend sind.
Container-Isolation
Docker Compose — Multi-Container-Stacks
Volumes — persistente Daten
Networking — eigene Bridge-Netze
Image-Layering und Cache
docker stats / logs — Standard-Observability
Alternativen ehrlich verglichen
Wenn Docker nicht passt — was sonst?
Drei Alternativen für Container und Isolation — jede mit eigenem Profil. Hier die Einordnung ohne Verkaufs-Romantik.
Daemonless
Podman
Red Hat, Apache-2.0
- + Kein Hintergrund-Daemon, rootless out-of-the-box
- + Drop-in-kompatibel mit Docker-Befehlen
- − Compose-Support später dazu gekommen, weniger ausgereift
- − Kleinere Community, weniger Stack-Vorlagen
System-Container
LXC / LXD
Canonical, Apache-2.0
- + Vollständige System-Container (eigener init, mehrere Services)
- + Sehr ressourcen-effizient für VM-Ersatz
- − Andere Denke (System statt App-Container)
- − Kein vergleichbarer Image-Hub wie Docker Hub
Virtualisierung
Proxmox VE / KVM
Proxmox, AGPL-3.0
- + Vollständige Hardware-Isolation per VM
- + Eigener Kernel pro Workload möglich
- − Höherer Ressourcen-Verbrauch (RAM, Disk)
- − Update-Zyklen wie bei nativer Installation
Faustregel: ist der pragmatische Default — die größte Community, die meiste Doku, die meisten Out-of-the-box-Stacks. Podman ist die richtige Wahl für RHEL/Fedora-Houses, die ohne Daemon arbeiten wollen. VMs bleiben sinnvoll, wenn unterschiedliche Kernel-Versionen oder echte Hardware-Isolation gefordert sind.
Pricing
Apache-2.0 für die Engine. Sternchen bei Docker Desktop.
Lizenz
Docker Engine + Docker Compose: Apache-2.0, vollständig Open Source. Docker Desktop (macOS/Windows-GUI): proprietär, ab 250 Mitarbeitenden oder 10 Mio. $ Umsatz kostenpflichtig. Docker Hub Pro: kommerziell. Für Linux-Server mit Engine + Compose: keine Lizenzkosten.
Laufende Kosten
Hardware-only. Ein Mini-PC mit 32–64 GB RAM und 2 TB SSD reicht für einen kompletten KMU-Stack — Anschaffung 1.500–2.500 €. Strom: ca. 100 €/Jahr. Keine Cloud-Gebühren, keine Per-Container-Lizenz.
Aufwand
Docker Engine installieren: 10 Minuten (apt install). Erster Container: 5 Minuten. KMU-Komplettsetup mit 8 Container-Stacks, Reverse-Proxy, Backup-Routine und Mitarbeiter-Schulung: 5–10 Beratungstage.
Wichtig zur Klarheit: = die Engine + Compose, Apache-2.0, kostenlos auf Linux-Server. Desktop und Hub Pro sind eigene, kommerzielle Produkte derselben Firma — für einen klassischen KMU-Server-Stack braucht man keines davon. Wer auf macOS oder Windows entwickelt: Colima oder Rancher Desktop sind freie Alternativen zu Desktop.
Backup-Routine — alle Container-Volumes wöchentlich
#!/bin/bash
# Wöchentliches Backup aller Docker-Volumes
BACKUP=/srv/backup/$(date +%Y-%m-%d)
mkdir -p $BACKUP
cd /srv/stack && docker compose down
for vol in $(docker volume ls -q); do
tar czf $BACKUP/$vol.tgz \
-C /var/lib/docker/volumes/$vol .
done
docker compose up -d
rclone copy $BACKUP nas:backups/server-stack/Beispiel-compose.yml — BookStack-Wiki mit MariaDB
services:
bookstack:
image: lscr.io/linuxserver/bookstack:25.05
container_name: bookstack
environment:
- APP_URL=https://wiki.muellerbau.de
- DB_HOST=bookstack-db
- DB_USER=bookstack
- DB_PASS=${BOOKSTACK_DB_PASS}
volumes:
- ./bookstack-data:/config
depends_on:
- bookstack-db
restart: unless-stopped
networks:
- frontend
- bookstack-net
bookstack-db:
image: mariadb:11
container_name: bookstack-db
environment:
- MYSQL_ROOT_PASSWORD=${BOOKSTACK_ROOT_PASS}
- MYSQL_DATABASE=bookstack
- MYSQL_USER=bookstack
- MYSQL_PASSWORD=${BOOKSTACK_DB_PASS}
volumes:
- ./bookstack-db:/var/lib/mysql
restart: unless-stopped
networks:
- bookstack-net
networks:
frontend:
external: true
bookstack-net:Verwandte Themen
Docker ist die Grundlage — was läuft drauf?
ist das Fundament. macht die Verwaltung grafisch, Caddy ist der Reverse-Proxy davor, und sind nur zwei der typischen Container-Apps:
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